Der Zwinger von Walhalla

Der Mechelaar Zwinger von Walhalla besteht seit 1992. Zuchtziel war und ist von jeher gesunde,wesensfeste Leistungshunde. Da wir uns nicht den deutschen Zuchtlinien unterwerfen wollen, züchten wir nicht mit windhundartigen Tieren,ebenso finden Hunde mit Allergien und Futterunverträglichkeiten in unserer Zucht keinen Platz.

Nervöse, hippelige und führerweiche Hunde stehen bei uns keine Ausbildung durch.Daher züchten wir nur mit belastbaren,kerngesunden, vollzahnigen und kräftigen Tieren, die aus robusten homogenen Arbeitslinien stammen.

 

Wir haben ständig sport- und diensttaugliche Hunde zu verkaufen oder zu vermitteln.

Auf Wunsch auch mit Prüfung.

Aufruf an alle Hundeinteressenten

 

Das Rufus-Syndrom- dies ist ein Bericht aus den BV-Nachrichten.

 

 

„Alle Hunde, die ich bisher gehabt habe, waren mir zu softy. Ich brauch` einen, der wirklich knallt, der alles nagelt. Wenn er es auch mal mit mir versucht, super ! Ich kann mit Hunde umgehen, mir macht das nichts.“

 

„Zuerst hatten wir einen Schäferhund, der war auch auf dem Platz ganz gut. Aber zivil null Bock !Dann hatten wir den Rotti, der war ganz gut. Aber null Puste, dreimal lange Flucht im Sommer under war groggy. Mir ist die Rasse egal, aber er muss richtig gehen. Darf auch ruhig etwas links stehen, je mehr Schärfe, desto besser. Bei mir kann er kaum den Falschen beißen, und wenn, dann habe ich meine Versicherung.“

 

„Ich will, dass er sofort reingeht. Wir haben ein Geschäft, wo Kunden oft mal aufmüpfig werden. Da muss dann der Hund da sein. Nicht lange überlegen, rein und hart fassen. Und stockfest muss er sein, wenn er eine gezimmert kriegt, darf er sich nicht beeindrucken lassen.“

 

Das war der Original-Ton einiger Standart-Telefonanrufe. Leute, denen der Hund nicht hart genug sein konnte, Auf Warnungen, Dass so einer nicht leicht einzugewöhnen und sehr konsequent zu führen sei, winkten sie ab. Sie und Schwierigkeiten mit einem Hund ??! Nie ! Sie würden auch mit den härtesten Burschen fertig.

 

Lange Zeit lebte früher Rufus bei uns,ein hochingezüchteter Malinois aus Holland. Sein Inzucht-Ahn war der legendäre Oscar, auf vielen Bildern der holländischen Polizeihundemeisterschaften verewigt, wie er mit hohem Schultergriff den Figuranten vom Fahrrad holte oder wie er kopfhoch geflogen kam- ein Kamikaze unter den Hunden, Trieb ohne Ende.

 

Rufus war Oscar wie aus dem Gesicht geschnitten. Selbst die harten holländischen Ausbilder waren nicht mit ihm zurecht gekommen. Kurz darauf boten sie ihn uns an. Wir kauften ihn mit der Absicht, Ihn an einen jener Anrufer weiterzugeben, die den superharten Hund suchen, denn das war Rufus sicher. Bein seinem Spezial-Triebstaumodell war der volle Druck alle 3 Wochen erreicht, dann war es wieder so weit, dass er auch mit mir Händel suchte. Ich musste ihn jedes mal voll einmachen, dann war wieder mal für einige Zeit Ruhe.

 

Ab und zu machten wir mit Rufus etwas Schutzdienst. Schon auf der Fahrt zum Platz und ganz besonders dort lief er völlig Amok. Selbst standfeste Figuranten konnte er mit seinen 26-28 kg ( für einen Belgier durchaus ein ordentliches Kampfgewicht, wie Rufus überhaupt für einen Malinois recht stattlich war ) glatt umnieten. Er biß hart und energisch, egal in was. Er biß einmal in ein Nageleisen so hart, dass mehrere Zähne zerbrachen und auf den Boden fielen. Imponiert hat ihm das wenig, er biß sofort danach nochmal in die Stange.- Wie gesagt, ein totaler Kamikaze.

 

Nun versuchen wir ja auch ganz bewusst, Leute mit den oben geschilderten Bedürfnissen an unseren Rufus, bzw. Rufus an diese Leute zu bringen. Wir sagten also am Telefon, dass wir genauso einen Hund hätten. Ob der denn auch wirklich hart genug sei, ob er wirklich alles nagele? Wir sagten guten Gewissens ja.

 

Dann kamen sie und wir gingen zum Zwinger. Rufus tobte. Der Besucher wurde immer nachdenklicher. Ich bot an, den Hund vorzuführen, bot das eigene Hetzzeug an, falls der kundige Betrachter seines nicht dabei hätte. Keiner wollte Rufus überprüfen. Glauben Sie jetzt aber bitte nicht, dass er ihnen doch eine Nummer zu groß vorgekommen sei. Nein, das war`s nicht ! Vielmehr bemerkten sie bei näherem Hinschauen, dass Rufus für einen Malinois doch etwas rot sei. Andere meinten, sie hätten sich den Hund etwas kleine oder vielleicht etwas größer vorgestellt. Wieder andere nahmen Anstoß an seinem Alter oder seinem Fell oder an seinem Gebiss oder.......

 

Wir blieben lange auf Rufus sitzen. Die spanischen Bewachungsunternehmen kamen nicht in Frage, die suchten auch nach eigenen Angaben keinen ganz Harten. Und überdies war ein wesentlich schwächerer Vertreter der Rasse in Spanien bereits unverkäuflich gewesen. Auch ein spanischer Judo-Altmeister ( oder war es Aikido ?), ein ganz beinharter Eisenfresser, der noch nie einen Hund gefunden hatte, der seiner Vitalität und seiner eigenen Härte Paroli bieten konnte, erklärte sich für nicht zuständig, als er Rufus gegenüber stand.

 

Der arme Rufus war schon über acht Jahre alt,als ihn dann doch noch ein Amerikaner mit in die Staaten nahm. Was er dort weiter getrieben hat, wissen wir nicht. Auf jeden Fall waren wir froh,ihn losgeworden zu sein.

 

Aber eigentlich sollte das keine Rufus-Geschichte werden. Der Fall Rufus lässt sich nämlich sehr gut verallgemeinern. Im Laufe der Zeit habe ich viele Leute kennengelernt, die- wie oben beschrieben- den totalen Knaller, den superharten Hund, eben den Rufus suchten. Und wenn sie dann vor ihm standen, vor dem lange Gesuchten, dann waren sie nur noch „ so groß mit Hut“, dann verzichteten sie aus den windigsten Gründen.

 

Ein besondere Untergruppe dieser Leute mit dem Rufus-Syndrom sind diejenigen, die sich dann noch ständig verfolgt bzw. über den Tisch gezogen fühlen. Die wissen zwar, dass ein solcher Hund nicht ganz billig sein kann, aber wenn es dann zum Kauf geht, dann argwöhnen sie doch, der Preis sei vielleicht zu hoch, der Hund schon alt oder vielleicht krank. Vielleicht sei der Hund auch nur für eine Vorführung mit Spitzenfiguranten auf den Punkt hingearbeitet worden, vielleicht würde er in anderer Umgebung nicht so gut sein, vielleicht wollte man einen unbrauchbaren Hund verkaufen.

 

In allen Fällen war es interessant zu sehen, dass diejenigen, die die größte Klappe hatten und den härtesten Hund wollten, hinterher am ehesten die Segel strichen und vom Kauf Abstand nahmen. Der Grund ist nicht einfach zu finden, aber bei vielen ist es wohl so, dass sie die eigene Unvollkommenheit, Schwäche und Feigheit hinter einem besonders scharfen Hund verstecken wollten. Sie nähmen ihren Wunschhund dann auch gerne, wenn er sich ihren wünschen entsprechend wie eine Maschine auf Knopfdruck anstellen ließe und in der übrigen Zeit sozusagen inaktiviert in der Ecke stehen könnte. Sie haben sich in ihrem Wunschdenken nicht klar gemacht, dass so ein triebiger und hochaggressiver Hund eigentlich immer einsatzbereit ist. Und davor haben sie dann Angst, das ist ihnen unheimlich, das schaffen sie nicht- der Hund ist ihnen viel zu stark, weil sie selber zu schwach sind.

 

Im Grunde genommen kann einem nur der Hund leid tun. Fände er einen adäquaten Herrn,wäre er glücklich, aber leider gibt es sehr wenig solche Hundeführer- noch weniger als solche Hunde.

 

 

 

Rudolf Sewerin.

 

 

Mein Fazit: Jeder Hundeführer sollte sich vor dem Kauf Gedanken machen, ob die Rasse und der entsprechende Hund wirklich zu Ihm passt.